Donnerstag, 11. November 2010

"Fifa 11"


Jedes Jahr das Gleiche: Das beste Fußballspiel will gekürt werden. Electronic Arts „Fifa“ ist der Klassiker, während Konamis „PES“ das Was-die-können-können-wir-schon-lange-Projekt markiert. Nun gilt in der Fachpresse, dass ersteres Spiel zwar Unmengen an Lizenzen bietet, letzteres jedoch mit einer größeren taktischen Tiefe daherkommt und auch grafisch besser zu sein scheint. Bis jetzt jedenfalls. Nach den eigentlich jährlich gleichen, sich ewig wiederholenden Meldungen und Berichten soll wieder „Fifa“ den Thron erklommen haben. Natürlich sind auch in der Fußballsaison nach der WM wieder die gleichen Vorraussetzungen gegeben, jedoch scheint es, als hätte „Fifa 11“ die eine, wirklich großartige spielerische Neuigkeit, die dem direkten Konkurrenten fehlt. Dieser im Duell entscheidende Faktor nennt sich „Personality+“ und gestaltet quasi jede einzelnen Spieler noch individueller – egal, ob Maicon oder Messi, ob Verteidiger oder Stürmer: So individuell war ein „Fifa“-Spiel noch nie.


Und auch sonst ist man nahezu überwältigt von der neuen spielerischen Vielfalt, die einem der neueste Streich der Kalifornier bietet: Eine Abwehr, die jetzt endlich druckvoll an den Mann geht und es selbst den größten Weltstars nicht allzu einfach macht, verbesserte, aber leider trotzdem noch immer nicht wirklich vollkommen realistische Torhüter, erfrischende Kommentatoren, die sich zwar gerne auch mal gerne wiederholen, sich aber im Grunde genommen dennoch gesteigert haben.Dazu kommt noch, dass auch die Grafik noch einmal aufpoliert wurde und endlich auch das Drumherum genügend lizenziert wurde: Die scheußlichen, selbst designten EA-Schuhe findet man zwar trotzdem noch, aber nicht in der Fülle, wie sie „Fifa 10“ hatte. Während man sich spielerisch enorm verbesserte, setzte man bei Managermodus und CO. auf das Altbekannte – und macht damit auch keine Fehler. Eine Mischung aus Altem und Neuem also macht dieses sensationelle „Fifa 11“ aus. Ein Spiel, das seine Vorgänger mühelos in den Schatten stellt und das diesjährige Duell mit „PES“ also gewinnen dürfte. So exzellent ließ „Fifa“ sich nämlich noch nie spielen. Eigentlich alles, was zu einem guten Fußballspiel gehört, wird geboten – und wenn der Spieler sogar als Torhüter ran darf, dann dürften doch fast keine Wünsche mehr übrig bleiben.   

9/10

bw

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